Gedichte über Wahrheit, Moral und Menschlichkeit

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nasowatt
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Freitag, der 22.03.2019

Der Wahrheut Kern

So oft gesucht und endlos fern
erscheinet mir der Wahrheit Kern.
Hör' hier und dort der Ansicht' viel,
und mancher meint: Das führt zum Ziel!

Schmiegt Wahrheit sich dem Leben an,
daß jeder definieren kann
wie sich die Welt zusammenfügt
und wo der Kern des Ganzen liegt?

Wenn's sich mit Wahrheit so verhält,
bau' ich mir meine eig'ne Welt.
Dort ist es so, wie ich es mein'
und kann mein eig'ner König sein.

©  Detlef Thiele 2010

Stell' dir vor

Stell' dir vor: Die schönsten Blumen
und es fehlt das Augenlicht.
Stell' dir vor: Die schönsten Klänge
und dein Ohr vernimmt sie nicht.

Stell' dir vor: Die schönste Wiese
und die Beine sind ganz starr.
Innen wird es dann sehr leise,
voll Mitgefühl nehmen wir's wahr.

Stell' dir vor: Die schönste Liebe
doch das Herz gebunden ist.
Stell' dir vor: Ein Berg Gefühle
und sie scheuen helles Licht.

Werden wir dann mitempfinden?
Suchen wir, es zu versteh'n?
Oder wird es Sang- und Klanglos
in 'nem Richtspruch untergeh'n?

© Detlef Thiele 2009

Moral

Moral, Gesetz aus Menschenhand.
Moral, Geburtsort der Verstand.
Alles, was uns nicht gefällt,
wird unter die Moral gestellt.

Moral, wess' Recht vertritt sich drin?
Ein Regelwerk für Disziplin?
Gefühl der Seele abgestellt,
weil's sich nicht an Gesetze hält?

Moral, gebeugt zum eig'nen Nutz',
verdreht unter dem Namen "Schutz".
Moral, die in sich selber krankt,
in der die Seel' zum Kreuze wankt.

© Detlef Thiele 2008