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nasowatt
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Freitag, der 24.05.2019

Ich sass in einem großen Kaufhaus bei Kaffee und Kaesebroetchen und besah mir das unaufhörliche Treiben der vorbeiziehenden Menschen. Es schien, dass ein großer Magnet die Massen magisch anzog und es kein Entrinnen gab. Die Aufmerksamkeit den anderen gegenüber war auf die Vermeidung eines Zusammenstoßes der Einkaufswagen beschränkt. Bei dem ganzen Trubel drängte sich der Gedanke nach dem Sinn all dessen auf: Was ist der Sinn, welche Aufgabe hat der Mensch und warum immer diese Fragen nach dem Kern.

Wohl bin ich christlich eingestellt obwohl ich mancherlei Fragen habe, die in der Bibel keine Antwort finden. Demnach winkt dem das Paradies, der seinen Glauben lebt. Und schon haben wir einen Sinn: Das Trachten nach dem Paradies. Daraus resultiert die Frage, welcher Glaube der richtige ist. Also gebe ich meinem Leben einen Sinn, wenn ich den richtigen Glauben finde. Nur, woran erkennt man den? Schwierig, schwierig... Das Ziel des Glaubens kann keiner zeigen, nur verbal beschreiben. Doch da kommt die nächste Hürde: Wer kann etwas beschreiben, was er nicht gesehen hat?

Große Pause.......

Der Mensch hat also ein großes Ziel vor Augen. Im Paradies klappt einfach alles. Doch warum wird dem Menschen so etwas in Aussicht gestellt? In der großen Schule des Lebens bleiben wir in der dritten Klasse hängen. Die Fächer Benimm, Gerechtigkeit, Achtsamkeit und Toleranz sind für uns zu hohe Hürden. Setzen! Sechs!

Überall auf der Welt wird gemordet, erpresst, gelogen und der Regenwald abgebrannt. Der Gute unter uns sagt nun: Aber ich nicht! Nein, der Gute teilt mit den Armen, der Gute fährt kein Auto, welches die Luft verpestet. Der Gute kauft alles ohne Plastik-Verpackung ein. Der Gute produziert keinen Müll sondern nur Kompost. Der Gute nutzt keinen Strom, der aus Atommeilern kommt. Der Gute isst nur Fleisch aus verträglicher Tierhaltung, noch besser wäre ein Veganer. Der Gute sitzt also frierend in seiner dunklen Holzhütte bei einer leckeren Kohlsuppe und wartet auf bessere Zeiten.

Ganz große Pause........

Nein, so geht das nicht. So kommen wir nicht weiter. Da wir in der oberen Liga der Nahrungskette spielen, kann es auch nicht der Sinn sein, von anderen gefressen zu werden. In der Natur frisst der grössere den kleineren Fisch und so weiter. Am Ende landet alles im Kühlregal. Vielleicht liegt der Sinn unseres Seins im Erforschen des Lebensinns. Der Sinn ist also die Suche nach dem Sinn. Wir können halt nicht ohne Sinn leben, wir würden ohne Sinn die Zeit vergeuden.

Spontane Sprachlosigkeit...

Der Sinn kann auch sein, für andere da zu sein. Ich beobachtete ein Paar beim Kaffeetrinken. Beide redeten miteinander, nur zwischendurch wurde das Handy genutzt um mit anderen zu kommunizieren. Früher war es eine Geste der Freundlichkeit, dem anderen die ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken, heute können wir dank moderner Kommunikation endlos teilen. Folgendes Gespräch hätte ich mir bei dem Paar vorstellen können:

Sie sagt zu ihm:"Du bist ja so intelligent!". Sie schreibt ihrer besten Freundin:Ist das eine Hohlbirne vor mir. Der schnallt ja nichts.

Er sagt zu ihr:"Danke. Und Du weisst genau, was Du willst." Er schreibt seinem besten Freund: Kann die Zippe sich nicht endlich mal entscheiden? Die kommt nicht auf den Punkt.

Sie sagt zu ihm:"Heute zahle ich den Kaffee." Sie schreibt: Der hat ja keinen müden Euro in der Tasche.

Er sagt zu ihr:"Ich nehme dankend an." Er schreibt: Das würde mir mit ihr auch langsam zu teuer werden.

Es hätte so sein können. Wissen Sie, was Ihr Gegenüber gerade schreibt, wenn er das Handy in der Hand hat? Keine Panik, das war nur ein Scherz.

Ich muss feststellen, dass ich in diesem Kaufhaus nicht den Sinn des Lebens finden konnte. Wohl hat jeder seine Aufgaben, die der Mensch mehr oder weniger ausfüllt. Es sind aber kaum Aufgaben, die uns schon in die Wiege gelegt wurden. Keiner wird als Landwirt, Steinsetzer, Schlosser oder Lehrer geboren. Eine Fähigkeit kommt jedoch recht schnell bei Kleinkindern zum Einsatz. Es ist das Lächeln. Ein Lächeln steckt an. Ein Lächeln vertreibt Sorgen.

Da findet sich schlussendlich doch noch ein Sinn: Wir haben die Fähigkeit zu lächeln und somit die Aufgabe, andere zum Lächeln zu bringen. Wir können dem Anderen etwas schenken ohne arm zu werden. Ein aufrichtiges Lächeln öffnet Türen. Manchmal ist der Sinn unseres Seins gar nicht so schwer zu finden.

Lächeln Sie beim nächsten Einkauf ruhig ein wenig mehr und schonen Sie die Umwelt.

Detlef Thiele, im Jahre 2016

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Der große (Un)Sinn