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nasowatt
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Freitag, der 24.05.2019

Haben Sie auch schon einmal über ein Notenblatt gesessen und gegrübelt, was die Zeichen bedeuten sollen? Das Notensystem könnte man als eine Art Kurzschrift für Musik bezeichnen, obwohl dieser Vergleich ein wenig hinkt. Diese Schrift entziffern zu können, ist nicht so schwer, wie oft angenommen wird.

Hier sehen Sie ein Notensystem. Die Pfeile und Nummern weisen auf die Themen hin, Note 1die wir uns anschauen werden.
1 . Die Notenlinien
2. Der Notenschlüssel
3. Die Taktart
4. Der Taktstrich

1. Die Notenlinie
Note 2In den meisten Fällen finden Sie, wie in dem Bild links, fünf Notenlinien vor. Diese umschließen vier Leerräume. Auf der Linie oder im Leerraum werden die Notenköpfe plaziert. Je höher der Notenkopf auf oder zwischen den Linien angesiedelt ist, desto höher ist auch der Ton. Wenn die fünf Linien nicht ausreichen, werden auch Hilfslinien gesetzt, wie im Bild links zu sehen ist.

2. Der Notenschlüssel
Note 3Der Notenschlüssel ordnet die Töne den Linien oder Zwischenräumen zu. Es gibt verschiedene Notenschlüssel. Wir beschäftigen uns aber nur mit dem Violin- oder G-Schlüssel. Der Halbkreis dieses Schlüssels umschliesst die zweite Linie von unten. Diese zweite Linie ist damit dem Ton g zugeordnet. Somit ergeben sich für die anderen Töne die Zuordnungen wie im Bild links. Noch eine Anmerkung: Die Benennung der Töne wurde nicht alphabetisch festgelegt, sondern lautet: c - d - e - f - g - a - h - c.

3. Die Taktart
Note 4Die Taktart bestimmt die Länge eines Taktes. Im Bild links sehen Sie einen 4/4tel-Takt. Es passen also vier Ein-Schlag-Noten in einen Takt. Die Taktart steuert auch die Betonung. So wird im 4/4tel-Takt der erste Schlag stark und der dritte schwach betont (siehe links). Der zweite und vierte Schlag sind ohne Betonung. Im 3/4tel-Takt wird nur der erste Schlag betont. Die Taktart kann innerhalb eines Musikstückes wechseln.

4. Der Taktstrich
Note 5Anfang und Ende eines Taktes werden durch Taktstriche gekennzeichnet. Innerhalb dieser Taktstriche befinden sich die Noten. Im Bild links sehen Sie einen 4/4tel-Takt. Zwischen den beiden Taktstrichen sind vier Ein-Schlag-Noten angeordnet.

 

Wiederholungs- und Endzeichen
Note 6Position 1 auf dem linken Bild stellt ein Wiederholungs-zeichen dar. Die Noten werden bis zu diesem Zeichen noch einmal gespielt oder gesungen.

Position 2 markiert das Endzeichen. Es wird am Schluss eines Musikstückes gesetzt. 

Wir wollen uns nun mit den Notenwerten beschäftigen. Notenwerte und Bruchrechnung haben sehr viel gemeinsames. Und wenn man Bruchrechnung ein wenig beherrscht, ist Notenlesen kaum noch ein Problem. Ich benutze oft den Begriff "Schlag". Wenn Sie ein Mal in die Hände klatschen oder mit dem Fuß stampfen, so ist es das Zeitmaß für einen Schlag.

Ganze Note
Noten_22Links sehen Sie eine ganze Note. Sie hat keinen Notenhals und wird vier Schläge lang angehalten.

Halbe Note
Noten_23Die halbe Note hat einen Notenhals und wird zwei Schläge lang angehalten. Zwei halbe Noten ergeben eine ganze Note.

Viertel Note
Noten_24Die viertel Note hat einen Notenhals und der Notenkopf ist gefüllt. Sie wird einen Schlag lang angehalten. Zwei viertel Noten ergeben eine halbe Note.

Achtel Note
Noten_25Die achtel Note hat einen Notenhals, eine Fahne und der Notenkopf ist gefüllt. Sie wird einen halben Schlag lang angehalten. Zwei achtel Noten ergeben eine viertel Note.

Sechzehntel Note
Noten_26Die sechzehntel Note hat einen Notenhals, zwei Fahnen und der Notenkopf ist gefüllt. Sie wird einen viertel Schlag lang angehalten. Zwei sechzehntel Noten ergeben eine achtel Note.

Zweiunddreißigstel Note
Noten_27Die zweiunddreißigstel Note hat einen Notenhals, drei Fahnen und der Notenkopf ist gefüllt. Sie wird einen achtel Schlag lang angehalten. Zwei zweiunddreißigstel Noten ergeben eine sechzehntel Note.

Vierundsechzigstel Note
Noten_28Die vierundsechzigstel Note hat einen Notenhals, vier Fahnen und der Notenkopf ist gefüllt. Sie wird einen sechzehntel Schlag lang angehalten. Zwei vierundsechzigstel Noten ergeben eine zweiunddreißigstel Note.

Pausenzeichen
Noten_30Die Notation kennt auch Pausenzeichen. Wie bei den Noten haben auch die Pausen eine bestimmte Länge. Das Bild links stellt die gebräuchlichsten Zeichen dar. Nun zur Länge in numerischer Reihenfolge wie im Bild:

1. Ganze Pause, die Länge beträgt vier Schläge
2. Halbe Pause, die Länge beträgt zwei Schläge
3. Viertel Pause, die Länge beträgt einen Schlag
4. Achtel Pause, die Länge beträgt einen halben Schlag

Der Punkt
Noten_32Hinter einem Notenkopf kann ein Punkt stehen. Dieser Punkt verlängert die Note um die Hälfte ihres Wertes.
1. Aus der viertel Note wird eine dreiachtel Note, denn die Hälfte der viertel Note ist ein Achtel. Somit wird diese Note eineinhalb Schläge angehalten.
2. Aus der halben Note wird eine dreiviertel Note, denn die Hälfte der halben Note ist ein Viertel. Somit wird diese Note drei Schläge angehalten.

Balken
Noten_31Stehen mehrere achtel oder sechzehntel Noten hinterein-ander, so werden sie mit einem Balken verbunden. Sie verlieren dann ihre Fahnen. Gespielt oder gesungen werden sie einzeln. Die Vorgehensweise des Balkensetzens erhöht die Übersichtlichkeit eines Musikstückes.

1. Zwei achtel Noten sind durch einen Balken verbunden.
2. Zwei sechzehntel Noten sind durch einen Doppelbalken verbunden.

Triole
Noten_40Wenn Sie sich links das Bild ansehen, so werden Sie sagen, daß diese Noten jeweils einen halben Schlag angehalten werden. Das ist nicht so! Über den achtel Noten steht eine Klammer mit einer drei. Das besagt, daß die drei Noten auf einen Schlag gespielt werden, also jede Note einen drittel Schlag. Diese Klammerung nennt sich Triole.

Fermate
Noten_41Die Fermate ermöglicht dem Sänger, Spieler oder Dirigenten eine Note länger als den tatsächlichen Wert anzuhalten. Somit können besondere Akzente gesetzt werden.

INun kümmern wir uns um Vorzeichen. Es ist wohl ein wenig schwierig, aber unumgänglich. Wir beschäftigen uns nur mit der Dur-Tonart, die Moll-Tonart würde diesen Rahmen sprengen.

Das Kreuz
Note 74Das Kreuz erhöht die Note um einen halben Ton. Steht das Kreuz vor einer Note, so gilt diese Erhöhung für den Takt, steht es gleich hinter dem Notenschlüssel, so gilt es für die ganze Partitur.

Schauen wir uns zum besseren Verständnis die Klaviertasten Note 71links an. Es gibt weiße und schwarze Tasten. Die weißen Tasten sind die ganzen und die schwarzen die halben Tonschritte. Erhöhen wir das d, so wird daraus das dis (schwarze Taste), das g würde zum gis usw. Die Besonderheiten sind hier das e und das h: Erhöhen wir das e, dann wird es zum f, da zwischen e und f keine schwarze Taste liegt. Ebenso wäre es beim h. Es würde zum c erhöht.

Das b
Note 73Das b vertieft die Note um einen halben Ton. Steht das b vor einer Note, so gilt diese Vertiefung für den Takt, steht es gleich hinter dem Notenschlüssel, so gilt es für die ganze Partitur.

Note 72Auch hier sollen die Klaviertasten helfen: Das h würde zum b, das g würde zum ges usw. Die Besonderheiten bilden hier c und f: Das c würde zum h, da zwischen c und h keine schwarze Taste liegt. Aus dem gleichen Grund würde das f zum e.

Das Auflösungszeichen
Note 82Das Auflösungszeichen bewirkt, dass eine Erhöhung oder Vertiefung für den betreffenden Takt ignoriert wird. Der Ton wird dann ganz normal gespielt oder gesungen.

Die Dur-Tonart
Note 83Wenn Sie sich links das Bild mit dem Notenschlüssel ansehen, so sehen Sie direkt hinter dem Schlüssel ein Kreuz. Die Erhöhung gilt für die ganze Partitur und sagt uns, daß diese in G-Dur geschrieben ist.Warum?

Note 80Schauen wir zu den Klaviertasten. Eine C-Dur-Tonleiter beginnt mit dem Grundton c, danach folgen d, e, f, g, a, h und zum Schluss wieder das c. Das nennt man Oktave. Zwischen dem e und f sowie dem h und c sind keine schwarzen Tasten zu finden. Die nennen wir einfach kleine Schritte (im Bild Halbton-Schritte). Es ergeben sich also folgende Schritte: Von c nach d ein ganzer, von d nach e ein ganzer, von e nach f ein kleiner, von f nach g ein ganzer, von g nach a ein ganzer, von a nach h ein ganzer und von h nach c ein kleiner Schritt. Diese Schrittfolge muß in der Dur-Tonleiter eingehalten werden und da ist es egal, welchen Grundton man nimmt.

Note 81Nun nehmen wir das zweite Bild mit den Tasten. Wir beginnen mit dem g als Grundton. Von g nach a ein ganzer, von a nach h ein ganzer, von h nach c ein kleiner, von c nach d ein ganzer und von d nach e ein ganzer Schritt. Nun wäre, laut unseren Tasten, von e nach f ein kleiner Schritt dran. Wir brauchen aber einen großen. Also erhöhen wir das f um einen halben Ton, sprich wir nehmen die schwarze Taste und schon haben wir einen ganzen Schritt. Von fis nach g ist es dann wieder ein kleiner Schritt.

Was ist der Quintenzirkel? Wir wissen nun, wie sich unsere b's und Kreuze in der Dur-Tonleiter ergeben. Schauen wir einmal auf die Übersicht der Dur-Tonarten mit den jeweiligen Vorzeichen:

Ges-Dur = 6 b's (b, es, as, des, ges, ces)
Des-Dur = 5 b's (b, es, as, des, ges)
As-Dur = 4 b's (b, es, as, des)
Es-Dur = 3 b's (b, es, as)
B-Dur = 2 b's (b, es)
F-Dur = 1 b (b)
C-Dur = Keine Vorzeichen
G-Dur = 1 Kreuz (fis)
D-Dur = 2 Kreuze (fis, cis)
A-Dur = 3 Kreuze (fis, cis, gis)
E-Dur = 4 Kreuze (fis, cis, gis, dis)
H-Dur = 5 Kreuze (fis, cis, gis, dis, ais)
Fis-Dur = 6 Kreuze (fis, cis, gis, dis, ais, eis)

Unsere erste Erkenntnis: Es sind immer fünf Schritte bis zur nächsten Dur-Tonart und zwar drei grosse Schritte, ein kleiner und dann wieder ein grosser Schritt. Man nennt dieses Quint-Abstand. Wenn wir an die Klaviertasten denken, so wissen wir, dass Fis und Ges eine gemeinsame Taste haben, und zwar eine schwarze. Eigentlich ist das in einer reinen Stimmung nicht so. Fis und Ges sind etwas unterschiedlich (1/9tel Differenz zum Ganzton-Schritt). Aber Andreas Werkmeister hatte im Jahr 1691 die temperierte Stimmung eingeführt und seitdem haben diese beiden Töne eine Taste. Starten wir eine Überlegung: Wenn Fis und Ges gleich sind, müssten ja auch die Tonleitern dieser Dur-Tonarten gleich sein. Und diese Überlegung ist richtig. Machen wir aber sicherheitshalber den Vergleich:

Ges-Dur
ges
as
b
ces
des
es
f
ges
Fis-Dur
fis
gis
ais
h
cis
dis
eis
fis

Wenn wir also von C in beide Richtungen ausgehen, kommen wir zum Einen beim Fis und zum Anderen beim Ges an. Fis und Ges sind gleich. Somit können wir einen Kreis bilden und zwar den Quintenzirkel!

 

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Die kleine Notenkunde