Die Nordsee - Legenden und Geschichten

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Freitag, der 24.05.2019

Die Nordsee

Haben Sie schon einmal einen Sonnenuntergang an der Nordseeküste erlebt? Es ist schon ein erhebendes Gefühl, wenn sich die letzten Sonnenstrahlen im Watt oder Wasser spiegeln. Oder haben Sie schon erlebt, wie das Watt im Mondschein leuchtet und seltsame Geräusche an das Ohr dringen? Die Nordsee fasziniert. Die Nordsee begeistert. Die Nordsee ist gefährlich. Etliche Sturmfluten haben an der Küste gezerrt. Und doch bleiben die Bewohner und lieben ihr Land. Ich möchte Ihnen die Nordsee vorstellen.

Legende zur Entstehung der Nordsee

Die Nordsee war zu Beginn ein friedliches Gewässer ohne Stürme und hatte keinerlei Zugang zum großen Meer. An ihrer Küste wohnten friedliche Fischer. Im Laufe der Zeit zerstritten sich die englische Königin und ein König von Jütland. Aller Friede an der Küste war dahin. Was war die Ursache der Zerstrittenheit? Der König hatte um die Königin geworben und die Ehe versprochen. Kurz vor der Eheschliessung entschied er sich aber für eine schöne Frau aus seinem Volk und vergaß seinen Treueschwur. Das ließ die Verschmähte nicht auf sich sitzen und befahl, das Land abzutragen, welches England mit Frankreich verband. 700 Mann arbeiteten sieben Jahre lang daran und so entstand der Ärmelkanal. Nun war der Zugang zu den großen Meeren gelegt und eine furchtbare erste Flut ertränkte Tausende von Menschen.


Eine Sage über den Salzgehalt der Nordsee

Ein Fischer hatte einem Zauberer eine Mühle gestohlen, mit der man alles mahlen konnte, was immer man wollte. Der Fischer nahm sie mit an Bord seines Schiffes und ließ sie dort das Salz mahlen, welches er zum Einlegen des Klippfisches dringend brauchte. Leider wusste er die Zauberformel nicht, die die Mühle zum Stoppen brachte. Sie mahlte und mahlte weiter. Das Schiff sank unter der Last des Salzes und der Fischer ertrank. Die Unmengen des Salzes machten das bis zu diesem Zeitpunkt süße Wasser salzig. So ist die Nordsee also salzig geworden und wird jeden zerstören, der ihr Wasser trinkt.

Von der Salzgewinnung

Salz war im Mittelalter kostbarer als Geld. Wir kennen Städte wie Lüneburg, die durch ihre Salinen reich wurden. Aber diese Städte fürchteten einen Konkurrenten, der seinen Sitz an der Nordsee hatte. Im 10. Jahrhundert fand ein Friese heraus, daß sich im Torf von den Halligen Salz angesammelt hatte. Salz war wichtig, um verderbliche Ware haltbar zu machen. Dieses "weiße Gold" war tatsächlich grau und konnte nur auf sehr komplizierte Weise gewonnen werden. Der Torf wurde gestochen, getrocknet und verbrannt. Die Asche wurde ausgelaugt und die Lauge wieder eingedampft. Zurück blieb das Meersalz, welches die Friesen über Jahrhunderte wohlhabend machte. Die gewaltigen Abbauflächen boten dem Meer kaum noch Widerstand. So verbot Kaiser Karl V. den Salzabbau, da er die Gefahr erkannte. Die Friesen kümmerten sich nicht um das Verbot und mussten erleben, wie das Meer Stück für Stück die Halligen überspülte.

Von der Besiedelung der Küste

Vor über 2000 Jahren besiedelten die Menschen die Küste. Was hat sie dazu veranlasst? Was hat sie zum Bleiben bewogen? Die Küste bot keinen Schutz. Die Sturmfluten überspülten jährlich die Wiesen. Es war wohl eine Art Pioniergeist, der die Menschen hielt. Sie schütteten Wurten auf, die das Haus und die Ställe vor der Flut schützten. Heute noch trägt ein Landstrich den Namen "Land Wursten", das heißt "Land der Wurten" und die Zeitzeugen aus der Vergangenheit prägen die Landschaft. Von den ersten Deichen wird aus dem Jahr 1200 berichtet. Es war eine harte Knochenarbeit, die Deiche aufzuschütten und zu erhalten. Schlimme Sturmfluten rissen dennoch im Laufe der Jahrhunderte Menschen und Vieh in den Tod.Die entsetzlichste Flut war wohl die Burchardi-Flut im Jahr 1634. Nach dieser Katastrophe haben etliche Bewohner die Küste verlassen. Der Deichbau wurde über Jahrhunderte perfektioniert. Die Deiche wuchsen stetig in die Höhe. Und doch erlebten die Menschen hier im Jahre 1962 und 1976 Sturmfluten, die widerum Existenzen bedrohten und Deiche zum Brechen brachten. All das sieht man der Nordsee nicht an, wenn sich die letzten Sonnenstrahlen im Wasser spiegeln.

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