Ich sehe was, was Du nicht siehst...

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nasowatt
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Freitag, der 22.03.2019

Für den Einen ist es die schönste Erde der Welt und für den Anderen ein großes Sorgenfeld. Jeder nimmt unseren Lebensraum unterschiedlich wahr. Wie ist sie denn nun, unsere Erde? Um das beurteilen zu können, müssten wir uns ausserhalb des Wirkungsbereichs der Erde stellen und den Geschehnissen völlig neutral gegenüber stehen. Geht das?
Jedes System, welches sich selber beschreibt, macht es aus seinem Wertebereich Paradox_1heraus. Es schaut von innen. Nur das, was im inneren Kreis wahrzunehmen ist, scheint existent und gültig. Dem externen Betrachter wird abgesprochen, nicht alle Zusammenhänge innerhalb des Systems zu kennen. Dem System fehlt aber die nötige Aussensicht, um Abhängigkeiten zu anderen Systemen erkennen zu können. Somit kann diese Sicht nicht objektiv sein. Dieser Satz scheint provokativ, doch lassen Sie es uns beleuchten.
Unsere Erde ist uns lieb und teuer. Wir erforschen alles, was uns umgibt. Des Nachts sehen wir den Sternenhimmel, des Tags die Sonne. Alles scheint sich um uns zu drehen und wir stehen im Mittelpunkt allen Geschehens. Das es nicht so ist, beweisen etliche Aufnahmen der Sonden und Satelliten, die durch das Weltall sausen. Sie geben uns einen Einblick von aussen nach innen. Sie zeigen uns riesige Galaxien, in denen Milliarden von Planeten existieren. Wissenschaftler haben auch entdeckt, daß die Zeit sich ausserhalb der Erde anders verhält. Wir hätten es von der Erde aus gar nicht feststellen können, da unser System Erde eine gültige Zeitdefinition hat. Somit ist Zeit für uns nur in unserem Lebensbereich beschreibbar. Vielleicht gibt es am Rand schwarzer Löcher keine Zeit mehr. Was hieße das aber? Um das objektiv zu beantworten, fehlt uns Erfahrung mit der Zeitlosigkeit.
Was wir kennen und erfahren, können wir einsortieren. Wir verknüpfen diese Erfahrungen mit neuen Dingen. Letztendlich entsteht für uns daraus ein Bild. Nehmen Paradox_2wir einen Farben-Blinden, der nur alles grau sieht. Wenn wir ihm erzählen, wie schön die Natur im Frühjahr in allen Farben leuchtet, wird er es nicht nachvollziehen können. Für ihn ist die Welt grau. Wiederum nehmen wir Farben nur durch das Licht wahr. Würden sich die Lichtstrahlen nicht brechen, was dann? Die Farbintensität hängt auch mit dem Winkel des Lichtes zusammen. Somit können wir nicht mit Bestimmtheit sagen, wie bunt unsere Welt tatsächlich ist. Es fehlt die Objektivität.
Wir wissen nicht hundertprozentig, was alles auf dieser Erde geschieht, weil uns in mancherlei Situationen die Wahrnehmung dafür fehlt. Wir haben noch nicht alles im Leben erfahren. Manchmal halten wir Menschen für Spinner, nur weil sie unsichtbare Antennen für etwas haben, dass wir nicht nachempfinden können. Für uns ist es dann nicht existent und basta! Leider fehlt uns da auch die Objektivität.
Wie oft verurteilen wir Menschen, weil sie Entscheidungen im Leben getroffen haben, die wir nicht getroffen hätten. Nun, wir könnten ein Urteil sprechen, wenn wir in der gleichen Situation mit gleichen Randbedingungen und gleicher Erfahrung gestanden hätten. Das ist so wahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto.
Wir bauen uns aus Erfahrungen, Wahrnehmung und Gefühl unser Weltbild. Jeder nimmt die Welt ein wenig anders wahr. Es gibt keine Normung dafür. Und wie leicht lassen wir uns in der Wahrnehmung täuschen. Schauen Sie mal auf die Seite optische Tšuschungen, oder suchen Sie doch mal im Internet nach "Wahrnehmung Täuschung". Interessant ist auch, wie Autisten die Welt wahrnehmen.

Seien wir doch mal ehrlich: Zur Objektivität fehlt uns der objektive Standpunkt.

Detlef Thiele, im Jahre 2011

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