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Freitag, der 24.05.2019

Die Gedichtsammlung beherbergt Mutmacher, Trostbringer, Gedanken zum Zeitgeist und zum Miteinander, Trauer und Hoffnung, Lachen und Lieben. Etliches begegnet uns davon im Leben und ich brauchte es nur noch in Versform verpacken. Nun wünsche ich Ihnen, dass Sie das für sich richtige Gedicht hier finden.

Kategorie

Gefühle

Am Weiher

Ein Mägdlein saß an einem Weiher und spielte Lieder auf der Leier. Sie sang von Liebe, Leid und Freud' und was das Leben denn so beut. Es stimmte ein der Chor der Frösche, der Wind zupfte an einer Esche. Die Grillen setzten ein in Moll. Naturkonzert - lieblich und voll. Der Tag neigte zum Schlaf sich nieder und Sterne lauschten still der Lieder. Die Melodei drang durch die Nacht und hatt' auch dich im Traum bedacht. © Detlef Thiele 2009
Schmetterling

Gefühle

Die Brücke

Möcht` mit dir auf `ner Brücke sitzen, ins Wasser spucken und sinnier`n. Gedanken würden wir einritzen und stundenlang philosophier`n. Möcht mit dir auf `ner Brücke sitzen und zärtlich halten deine Hand, wenn Sonnenstrahl`n im Wasser blitzen und Wiesenduft zieht übers Land. Möcht` mit dir auf `ner Brücke sitzen, fern allem eilend` Zeitengang. Mein Herz an deinem leicht erhitzen nur eine kleine Ew`keit lang. © Detlef Thiele 2007
Schmetterling

Gefühle

Die Rose

An einem Platz, weitab vom Weg, sah ich `ne Rose blühen. Versteckt hinter `nem Dornenbusch schien sie im Rot zu glühen. Und nur ihr Duft durchzog den Ort, er raubte mir die Sinne. Es schien, als ob die Zeit, der Raum, im Wohlgeruch zerinne. Schon streckte sich die Hand ihr zu, sie von der Erd` zu trennen. Unwiderstehlich war der Drang, die Blüte mein zu nennen. Doch hielt ich inne und beschloss, die Rose nicht zu pflücken, denn ohne ihre Wurzeln würd` die Schönheit schnell entrücken. Sooft ich diesen Ort besuch` genieß` ich ihre Nähe. Und ganz geheim halt` ich den Platz, daß ihr kein Leid geschähe. © Detlef Thiele
Schmetterling

Gefühle

Ein Hauch

Der Wind flüstert mir zu, umstreicht der Seele Saiten. Ein zartes Lied durch`s Herze zieht, verliert sich in den Weiten. Der Wind flüstert mir zu, gar lieblich Worte fallen. Im sanft` Berühr`n den Sinn verführ`n und leise dann verhallen. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Gefühle

Kleines Herz

Kleines Herz will auf die Reise, sucht dazu `nen schönen Traum, der dann in behender Weise tanzt über den Wolkenschaum. Sanft getragen durch die Lüfte, eingehüllt in Sonnenstrahl. Ganz umgeben süßer Düfte, sinnenraubend viele Mal. Mög` es seinen Traum doch finden, daß es endlich reisen kann, weit der Alltagswelt entschwinden in des Himmels Blau hinan. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Gefühle

Sternengang

Komm, wir gehen auf die Reise durch das weite Sternenmeer und wir springen ganz behende auf der Milchstrasse umher. Ein Abendessen auf Merkur, vom Mars die and`ren Sterne seh`n. Sonnenbaden auf der Venus wird mit dir bestimmt recht schön. Schlendern über Saturns Ringe, tanzen auf `nem Sonnenstrahl, staunen über die Kometen, das möcht` ich mit dir einmal. Komm, wir gehen auf die Reise. Hab` nur Mut und zög`re nicht. Lass` es uns gemeinsam wagen bevor der nächste Tag anbricht. © Detlef Thiele
Schmetterling

Gefühle

Vom Glück

Beschreib‘ das Glück und du wirst seh’n, dass wir’s verschiedentlich versteh’n. Das Glück beugt sich nicht einer Norm, geht nicht mit Trends völlig konform, ist manchmal nur ein Augenblick, begleitet uns des Weg’s ein Stück. Ad hoc ist es nicht abrufbar, stellt sich in keiner Formel dar, Setzt niemals eine Rechnung auf, preist sich nicht an für den Verkauf. Lässt sich auf keinen Vorrat ein, wie vielleicht mancher teu’re Wein. Und doch erscheint’s zur rechten Zeit, schenkt innere Zufriedenheit, verleiht dem Herzen etwas Luft, verzaubert mit `nem süßen Duft. Wer weiß, vielleicht trifft’s morgen dich, wünschen kannst du’s sicherlich. © 2017 Detlef Thiele
Schmetterling

Lustig

Das Glühwürmchen

Ein Glühwürmchen flog durch die Nacht, hatt` mit dem Hintern Licht gemacht. Als ich es sah, da dachte ich: Die Fähigkeit wär` was für mich. Die Gabe wär` jedoch verdeckt! Mein Hintern in `ner Hose steckt. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Lustig

Der Sprache Macken

Einer, der zur See fährt, ist nicht zugleich ein Seepferd. Auch der Wälder Bären höchst selten "Blau" verkehren. Und geht der Ton ins Ohr, lugt bräunlich er hervor. So hat die Sprache manche Macken, die wir in Duden dann verpacken. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Lustig

Die Bank

Es saßen zwei auf einer Bank und schwiegen sich recht aus. Der Erste ging nach ein`ger Zeit, er mußte wohl nach Haus`. Der Zweite blieb noch `n Moment, doch ist auch er gewichen. Für beide blieb der Eindruck tief: die Bank war frisch gestrichen. Copyright 2007 Detlef Thiele
Schmetterling

Miteinander

Am Ende

Das Jahr macht sich nun still vom Acker, ohn` Zweifel schlug es sich ganz wacker: Es hielt uns wochenlang in Trab, der Atem wurde sichlich knapp. Am Ende ist`s so recht besinnlich, warum war`s das denn zwischendrin nich`? Herzenswärme und Versteh`n wär`n doch auch im Sommer schön. Vielleicht klappt es im neuen Jahr, vielleicht schon gleich im Februar. Ach nee`, da hab` ich keine Zeit. Schade auch, das tut mir leid. © 2012 Detlef Thiele
Schmetterling

Miteinander

Die Jugend

Die Jugend hängt so vor sich hin, fragt nach des Lebens tiefen Sinn, den `s Alter scheinbar längst gefunden in vergang`nen Lebensstunden. Die Jugend sucht nach einem Weg, der in `ne bess`re Zukunft geht. Das Alter hatte einst gewaltet und uns`re Gegenwart gestaltet. So hoffen wir, daß es gelingt und die Jugend Bess`rung bringt. Für eine weitaus schön`re Welt, die `s Heute in den Schatten stellt. Copyright 2007 Detlef Thiele
Schmetterling

Miteinander

Ein Geschenk

Schenk` dem Traurigen ein Lächeln, schenk` dem Leidenden Gehör. Und dem, der in Tränen badet, mit der Herzenswärm` betör`. Kraft und Mut kann es wohl kosten, nimmst Du dich des Nächsten an. Doch was Du mit And`ren teilest, hast Du dir auch selbst getan. Irgendwann kommen Momente, da dir Freud` und Glück verwehrt und dann brauchst auch Du ein Lächeln, welches dir den Trost beschert. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Miteinander

Ein wenig Zeit

Hätt`st du ein wenig Zeit für mich, wie würde ich sie füllen? Läg` ich die Wertschätzung hinein? Soll sie nur Neugier stillen? Hätt` ich ein wenig Zeit für dich, wie würd`st du sie verbringen? Mit Klag` nur über eig`nes Leid und Freuden, die entgingen? Hätt`st du ein wenig Zeit für mich, Würd` ich dir auch zuhören? Oder wär` es mir nicht recht? Würd`s nur den Wortschwall stören? Hätten wir Zeit füreinander, könnten wir sie geniessen. Doch leider macht sie sich davon, sodass wir dran verdriessen. © 2007 Detlef Thiele
Schmetterling

Miteinander

Stell´ dir vor

Stell` dir vor: Die schönsten Blumen und es fehlt das Augenlicht. Stell` dir vor: Die schönsten Klänge und dein Ohr vernimmt sie nicht. Stell` dir vor: Die schönste Wiese und die Beine sind ganz starr. Innen wird es dann sehr leise, voll Mitgefühl nehmen wir`s wahr. Stell` dir vor: Die schönste Liebe doch das Herz gebunden ist. Stell` dir vor: Ein Berg Gefühle und sie scheuen helles Licht. Werden wir dann mitempfinden? Suchen wir, es zu versteh`n? Oder wird es Sang- und Klanglos in `nem Richtspruch untergeh`n? © Detlef Thiele
Schmetterling

Mut

Blick ins Leben

Irgendwann kommt mal der Punkt, da schaust du in dein Leben. Verstaubt liegt manch` Talent herum, versuch` es zu bewegen. Und in `nem Eck` schlummert Gefühl, du musst es nur erwecken. Wann schlug zuletzt das Herz mit Macht? Lass` es dich neu entdecken. Sag` nicht zu dir, es fehlt an Kraft, mein Leben ist vergangen. Mit etwas Mut und Zuversicht kannst du dein Glück erlangen. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Mut

Die Quelle

Schöpfe Kraft aus jedem Tag. Quellen sich gar viel erzeigen. Nimm, so viel `s Herz fassen mag. Lass` zum Brunn` die Seel` sich neigen. Kühler Trank löschst deine Qual, löset auf die Last der Sorgen. `s liegt an dir! Du hast die Wahl! Nimm, was scheinbar nur verborgen. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Mut

Du selbst

Sei Mensch so, wie du bist, der einzigartig ist. Sei Leben, sei Gefühl, daß and`re sanft umspül`. Entgeh` dem Ich-Verlust, sei deiner Selbst bewusst. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Mut

Geträumt

War gefangen, bin gegangen. Neue Wege, lichtumsäumt. Überwunden, was gebunden, so, als hätt` ich`s nur geträumt. ©2008 Detlef Thiele
Schmetterling

Mut

Lauf, mein Herz

Lauf, mein Herz, lauf bis an`s Ende. Folge auch des Weges Wende. Lauf, auch wenn`s Ziel schemenhaft. Keine Angst soll dich verdriessen, keine Sorg` sich dir erschliessen. Lauf nur, lauf mit ganzer Kraft. Lauf, mein Herz und überwinde daß, was deine Seel` nur binde. Lauf! Du hast es fast geschafft. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Natur

Frühling

Die Sonne strahlt am Firmament, erwärmt die Luft und Erde. Und auch der kleinste Wurm erhofft, dass es nun Frühling werde. Die Blumen recken mutig sich aus ihrer langen Ruh’. Und die Natur zieht an ihr Grün, deckt alles Graue zu. Die Sinne werden leicht und wach, erfüllt mit neuem Leben. Und Heiterkeit begleitet uns, die wir dann weitergeben. Copyright 2007 Detlef Thiele
Schmetterling

Natur

Sturmflut

Wellen schlagen an den Deich. der zum Trutze ist bestimmt gegen`s weite Meeresreich, und erneut den Kampf aufnimmt. Steigend Wasser, voller Gier, sucht gewaltsam einen Weg zu verschlingen Mensch und Tier. Des Deiches Macht entgegensteht. Umspülte Kron` hält sicher aus, zeigt sich wacker und verwegen. Führt den Kampf zum Sieg hinaus, bleibt auch dies`mal überlegen. © Detlef Thiele 2007
Schmetterling

Tiere

Der Adler

Ein Adler fing `ne kleine Maus und hielt sie in den Krallen. Er stieg mit ihr zum Himmel auf, sie ließ sich`s wohl gefallen. Ihr Blick schweifte weit über`s Meer, der Wind zog um die Ohren. Und insgeheim dacht` sie, sie wär` zur Fledermaus geboren. Des Adlers Sinnen war`s jedoch, sie als Dessert zu naschen. Er überlegte,was er noch als Hauptgang müsst` erhaschen. Das Denken machte ihn recht blind, er rammte `ne Laterne. Die Maus entfleuchte ganz geschwind und er sah nur noch Sterne. Und welchen Schluss zieh`n wir daraus? Hast du den Nachtisch, iss ihn auf! © Detlef Thiele
Schmetterling

Tiere

Der Frosch

Ein Frosch saß auf des Deiches Krone und dachte an Amerika. Er hatte dort `ne Freundin wohnen, die einstens ausgewandert war. Er überlegte, ob die Störche dort drüben auch auf Frösche steh`n oder ob sie zum Dinieren in den Fastfood-Laden geh`n. Doch er fand oben auf dem Deiche keine Antwort für die Sach`. Und so dachte er dann eben über and`re Dinge nach. © Detlef Thiele
Schmetterling

Tiere

Der Maulwurf

Ein Maulwurf wühlte emsig sich durch meines Nachbarn Garten. Der Nachbar wurde ärgerlich und griff sich seinen Spaten. Er grub dem Maulwurf hinterher, da er ihn wollt erhaschen. Der Maulwurf floh von links nach rechts und ging ihm durch die Maschen. Ich stand am Zaun und lächelte, besah mit Hohn das Mühen. Der Garten sah verwüstet aus, dort konnte nichts mehr blühen. Der Maulwurf grub zur Rettung sich flink durch in meinen Garten. Ich nahm es ganz gelassen hin..... und suchte meinen Spaten. © Detlef Thiele
Schmetterling

Tiere

Der Wurm

Ein kleiner Wurm kam auf die Welt und wurde sofort eingestellt. Im Marketing sollt` er agieren, die Fische hin zum Haken führen. Er überlegte her und hin ob das für ihn ein Zugewinn. Zu guter Letzt kam er zum Schluss, dass die Arbeit ihn fressen muss! So wühlt er heut` noch in der Erden obwohl: er konnt` was bess`res werden. © 2005 Detlef Thiele
Schmetterling

Tiere

Die Fische

Die Fische schwimmen gern` im Meer, das zu verstehen, ist nicht schwer. Der Grund, der liegt doch auf der Hand! Wer schwimmt schon gern` auf trock`nem Sand? Copyright 2005 Detlef Thiele
Schmetterling

Tiere

Die Pinguine

Zwei Pinguine saßen im Schnee und spielten Domino beim Tee. Recht friedlich hockten sie beisammen und leerten etliche Teekannen. Sie unterhielten sich recht lauschig, der weiche Schnee umgab sie flauschig. Das hat dem Eisbär`n nicht gefallen, es blitzten auf der Pfoten Krallen. Die Augen leuchteten voll Zorn, er stürzte voller Hast nach vorn`. Hatt` nun die letzte Stund` geschlagen? War`s End der Zwei im Bärenmagen? Der Riese stand nun vor den beiden, und keiner mochte sie beneiden. Donnernd hob er seine Stimm: "Beim Domino ich nie gewinn`! Kommt Jungs, wir spielen lieber Skat, damit ich auch `ne Chance hab`." Copyright 2007 Detlef Thiele
Schmetterling

Trauer

Der Abschied

Letzte Umarmung, der Satz: "Mach es gut." Trauer im Herzen. Zum Weinen fehlt Mut. Kurze Begegnung und doch intensiv. Dankbarkeit, die sich verankert so tief. Abschied, ein winz`ger Moment in der Zeit. Abschied im Jetzt wird Vergangenheit. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Trauer

Intensivstation

Schlauchverhüllter Menschenkörper, jeder Herzschlag einen Ton. Kurven zeichnen die Impulse auf der Intensivstation. Liegst nur da im tiefen Schweigen, Maschinen laufen monoton, helfen dir am Leben bleiben auf der Intensivstation. Augenlider fest geschlossen. Kanülen für die Infusion überall an deinen Armen auf der Intensivstation. Schweigen, hoffen, leise Tränen, naht vielleicht das Ende schon? Fragen füllen banges Warten auf der Intensivstation. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Trauer

Rastlos

Rastlose Zeiten, Stunden verrinnen. Mancher Moment zieht sinnlos von hinnen. Ruhlose Herzen. Tränen, die fliessen. Trauer, die naget und Seel`n lässt verdriessen. Ratlose Augen. Münder, die schweigen. Gefühl, das gehemmt und Blindheit lässt zeigen. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Trauer

Verbrannt

Asche nach des Feuers Brand, die Winde tragen weit. Verwüstet` Ort, wo sie entstand, nur Glut bleibt eine Zeit. Hier und da ein wenig Rauch, der in den Himmel fährt. Verweht von einem kühlen Hauch, der an der Seele zerrt. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Trost

Herzensspuren

Herzensspuren, tief geprägt. Zeugen aus vergang`nen Zeiten. Manche leicht am Rand verweht und doch ständig sie begleiten. Spuren derer, die da war`n in der Zeit an deiner Seite, doch verlor sich ihre Bahn in des Lebens große Weite. Neue Spuren werden sich dir im Herzen offenbaren. In Begegnungen gesetzt, dass sie die Erinn`rung wahren. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Trost

Herzenszeit

Wenn Herzen weinen, heilt die Zeit. Legt tröstend` Decken über Leid. Wenn Herzen lieben, hält sie an, dass all` Empfinden leben kann. So schenkt die Zeit sich immerdar in dem, was ist, was kommt, was war. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Weihnachten

Ho, ho, ho

Ho, ho, ho spricht Nikolaus, morgen teil` ich Gaben aus: Für den, der sich gern ärgern mag, hab` ich doch ein Malheur parat. Dem Neidischen schenk` ich sodann `nen Grund, dass er Neid leben kann. Der Mürrische bekommt die Sachen, die ihn noch mieser werden lassen. Und dem, der and`re gern erfreut, schenk` ich dazu Gelegenheit. © Detlef Thiele 2007
Schmetterling

Zeitgeist

Der kleine Reim

Ein kleiner Reim wurde geboren, man hatte ihn flugs auserkoren ein Buch zu füllen, dick und schwer. Als wenn das nun so einfach wär`... Er dachte nach:"Bin ich denn wichtig? Mein Inhalt ist doch eher nichtig! Was soll ich denen draußen sagen?" Das Ganze schlug ihm auf den Magen. Es graute vor`m Vergleiche ihm mit Goethe, Schiller, Hölderlin. Der Dichter Werke waren mächtig, er selber jedoch klein und schmächtig. Drum bracht` er sich politisch ein, denn Politik schreibt "Inhalt" klein. Und mancher Rede fehlt der Wert. da sich die Meinung ständig kehrt. 2009 © Detlef Thiele
Schmetterling

Zeitgeist

Der Wahrheit Kern

So oft gesucht und endlos fern erscheinet mir der Wahrheit Kern. Hör` hier und dort der Ansicht` viel, und mancher meint: Das führt zum Ziel! Schmiegt Wahrheit sich dem Leben an, daß jeder definieren kann wie sich die Welt zusammenfügt und wo der Kern des Ganzen liegt? Wenn`s sich mit Wahrheit so verhält, bau` ich mir meine eig`ne Welt. Dort ist es so, wie ich es mein` und kann mein eig`ner König sein. 2009 © Detlef Thiele
Schmetterling

Zeitgeist

Der Zwischenfall

Es hielt vor Oma Greulichs Haus, es war wohl im April, ein Wagen von der Polizei. Die Nachbarn lauschten still. Es waren zwei Beamte drin, was wollten die denn bloß? Hat Oma etwas angestellt? Die Nachbarn guckten groß. Da war doch neulichs ein Tumult, `ne Demo gegen Rechts. Hat sie da vielleicht mitgemacht? Die Nachbarn dachten Schlecht`s. Hat sie das Geld der Bank geklaut? Der Fall ist nicht geklärt! Ihr ist es durchaus zuzutrau`n. Die Nachbarn war`n empört. Der Wagen fuhr dann einfach fort, es war das falsche Haus. Der Nachbarn Neugier flachte ab und Oma ist fein raus. © Detlef Thiele 2007
Schmetterling

Zeitgeist

Die Ander´n

Es reiste einst durch unser Land `ne furchterregend` Bande. Sie raubten, legten manchen Brand und brachten Schimpf und Schande. Wie oft sie Menschen nachgestellt und alle Habe nahmen, hatt` keiner damals je gezählt. Und immer sie entkamen. Welch` Namen führten sie im Land, in das sie Schlechtes brachten? "Die Ander`n" wurden sie genannt, "Die Ander`n" alles machten. Doch ist die Not ja längst vorbei, endlose Zeit ist`s her und alle atmen wieder frei. "Die Ander`n" gibt`s nicht mehr. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Zeitgeist

Ein Teil des Lebens

Enttäuschungen in uns`rem Leben füllen doch manch` Herzensblatt. Der And`re konnte das nicht geben, wonach man sich verzehret hat. Vielleicht war er nicht in der Lage, vielleicht war es ihm nicht bewusst. Für uns mutiert`s zu einer Klage, gefolgt von Schmerzen in der Brust. Nur manchmal war es ein Versprechen, dass nicht seine Erfüllung fand. Vertrauen kann doch ganz schnell brechen, und Lügen haben kaum Bestand. Enttäuschungen gehör`n zum Leben, vernarben meist im Lauf der Zeit. Doch hindert`s, Herze ganz zu geben, weil man sich hütet vor dem Leid. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Zeitgeist

Hurra,hurra

Es lebe die Demokratie. Hurra!Hurra, Wir lieben sie. Nur wählen gehen wir nicht mehr. So bleibt halt manche Urne leer. Es lebe der soziale Staat. Hurra!Hurra, Wohl in der Tat. Nur Steuern zahlen wir hier nicht, auch wenn das Netz zusammenbricht. Es lebe Emanzipation. Na ja, na ja, nur nicht im Lohn. Wir lieben zwar das Gleichgewicht, doch bitte: Nur aus uns`rer Sicht. Es lebe freies Dichtertum. Jawoll, jawoll, auch ohne Ruhm. Solang`s an Worten nicht gebricht, verschweigen wir die Wahrheit nicht. 2009 © Detlef Thiele
Schmetterling

Zeitgeist

Im Netz

Hei, wir schaffen Transparenz, alle Skrupel weichen. Mittels Facebook und WhatsApp setzen wir ein Zeichen. Posten, was das Zeug nur hält, warten auf ein „Liken“. Hauptsache, dass es gefällt. Die Synapsen streiken. Alle Welt weiß nun Bescheid, was wir gerne mögen, wie wir ticken, was wir tun, wohin wir uns bewegen. Gläsern wandeln wir durch’s Netz, ohne uns zu zieren. Wunderbare, neue Welt, die wir dekorieren. © 2017 Detlef Thiele
Schmetterling

Zeitgeist

Moral

Moral, Gesetz aus Menschenhand. Moral, Geburtsort der Verstand. Alles, was uns nicht gefällt, wird unter die Moral gestellt. Moral, wess` Recht vertritt sich drin? Ein Regelwerk für Disziplin? Gefühl der Seele abgestellt, weil`s sich nicht an Gesetze hält? Moral, gebeugt zum eig`nen Nutz`, verdreht unter dem Namen "Schutz". Moral, die in sich selber krankt, in der die Seel` zum Kreuze wankt. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Zeitgeist

Soldat, Soldat

Soldat, Soldat, es ruft die Pflicht! Du musst ins Schlachtfeld zieh`n. Für Ehre, Ruhm und Vaterland wirst du dich ganz bemüh`n. Soldat, Soldat, du bringst den Krieg, sollst damit Frieden schaffen. Das Handwerkszeug zu deinem Dienst sind Tod und Feuerwaffen. Soldat, Soldat, es weint ein Kind, denn Minen detonieren. Ein Leidensschrei verhallt im Wind. Granaten explodieren. Soldat, Soldat, was bleibet dir wenn du im Kampf gefallen? Hat sich der Einsatz denn gelohnt? Gabs`t Frieden du uns allen? © Detlef Thiele 2007
Schmetterling

Zeitgeist

Wach auf!

Angst um Arbeit, Angst um Lohn. ergreift der Menschen Menge. Der Aktionär, er leidet schon! Die Kurse werden enge. Ach Menschlein, Menschlein, wo geht`s hin, wenn du regiert wirst vom Gewinn? Ein Sparprogramm macht alles gut, es streicht die Arbeitsstellen. Das Management beweist viel Mut, doch uns versiegen Quellen. Ach Menschlein, Menschlein, schläfst du fein, wenn andere leiden unter Pein? Was zählt der Mensch in dieser Zeit? Er steigert nur die Kosten! Regiert von Index, Gier und Neid find`st du `nen sich`ren Posten. Ach Menschlein, Menschlein, wach doch auf, es warten viele, viele drauf. © 2007 Detlef Thiele
Schmetterling

Zeitgeist

Warten

Der Mensch lebt heute ziemlich lange in einer großen Warteschlange. Er wartet auf die Lottozahlen und auf`s Ergebnis vieler Wahlen. Er wartet auf den Klimawandel, und den Zusammenbruch vom Handel. Er wartet auf das Artensterben und drauf, Verwandte zu beerben. Er wartet auf den großen Knall und auf den Meister im Fußball. Er wartet, dass die Bild ihn bildet und dass manch` Frevler wird vertilget. Zuletzt erwartet er den Tod, damit zu Ende ist die Not. Moment einmal, da war noch was... das war doch nicht der ganze Spass? Anstatt zu warten mal was tun und nicht nur in Gedanken ruh`n. Zwar ist das Warten meist bequemer, doch Leben ist viel angenehmer. 2009 © Detlef Thiele
Schmetterling

Zeitgeist

Was soll werden?

Was soll werden, wenn die Erben dieser Erde geistig sterben? Wilde Horden schlachten, morden, beuten aus, was uns geworden. Wie soll`s gehen ohn` Hinsehen, dass sie krankt und wankt im Stehen? Was wird werden, wenn wir Erben diese Erde lassen sterben? © Detlef Thiele 2007
Schmetterling

Zeitgeist

Work it out

Wertgeschätzt, da Wert geschöpft. Work it out. Lebenszeit, total vernetzt. Work it out. Brunnen viel, viel tiefer schlagen, effizienzgetrimmt mehr wagen. There`s no doubt! Ausgebrannt und abgespannt. Don`t try out. Lebensfreude stumm verbannt. There`s no doubt. Preisgegeb`ne Lebensräume, abgewrackte Zukunftsträume, under a cloud. © Detlef Thiele 2009
Schmetterling

Zeitgeist

Zeitjagd

Der Mensch, wie ist er leidgeplagt, da ständig etwas an ihm nagt. Ob Zweifel, Steuer oder Neid, es fehlt an der Geruhsamkeit. Kein Tag, der nicht terminfrisiert, denn jede Stunde wird seziert, vom Morgen bis ins Neonlicht. Es fehlt das inn're Gleichgewicht. Wie schade, dass des Menschen Zeit so kurz nur ist. So manches bleibt am Ende unverricht' zurück. Da fehlte wohl der klare Blick. © 2012 Detlef Thiele
Schmetterling

Zuversicht

Aufbruch

Sanft des Windes tragend Kräfte zieh`n mich über Berg und See. Bauend auf die guten Mächte hegt sich keine Angst der Höh`. Sollt` ich denn in dem verharren, was mir war Vergangenheit? Liess` die Seel` nicht still erstarren Angst und Herzenswidrigkeit? Guter Wind, trag` mich nur weiter auch wenn Ohnmacht mich umfängt. Hab` in dir den guten Streiter, der all` Sorgen mir verdrängt. Zeigst mir schon des Aufbruchs Ziele, ob des Wegs schier endlos lang, dass ich Mut und Hoffnung fühle, wenn`s dem Herzen wird doch bang`. © Detlef Thiele 2007
Schmetterling

Zuversicht

Das Bild

Ich wünschte mir ein Bild mit Himmel, grüner Wiese, Sonnenschein. Es sollte mir, wenn`s innen brennet, ein Weg zu Glück und Frieden sein. Ich bat dich: Mal` mir dies` Gemälde, denn ich find` kein Talent in mir. Du aber sprachst: Zeichne es selber, und sei getrost: Ich helfe dir. So stand ich vor der leeren Leinwand, die Fingerspitzen noch ganz starr. Du halfst, die ersten Striche ziehen und warst mit deinem Rat stets da. Es entstanden die Konturen, zuerst noch blass und unscheinbar. Doch nach und nach wurden sie stärker, bis alles auf dem Bild war klar. Wenn ich mich schwer tat mit den Farben, dann fragtest du: Wie soll es sein? Wir sprachen dann über das Bildnis und uns fiel eine Lösung ein. Nun male ich das Bild alleine und weiss, es darf alles so sein. Und immer, wenn ich es betrachte, stellt sich bei mir der Friede ein. © Detlef Thiele
Schmetterling

Zuversicht

Der Sinn

Wenn auf der Erde alles lebt, dann bin ich nie allein. Dort, wo Natur sich hoch erhebt, hüllt sie mich wohlig ein. Die Fragen nach dem Sinn des Seins belächelt sie nur still. Sie lebt den Tag, sie lebt die Nacht, weil sie es schlichtweg will. Kein Apfel fragt, warum er grad` am hohen Baume reift. Kein Wurm sinniert tagein - tagaus, dass er die Welt begreift. Wie schön, dass die Natur mir zeigt, wie einfach Leben ist. Ohn` wenn und aber, einfach sein. Wie schnell man`s doch vergisst... © 2010 Detlef Thiele
Schmetterling

Zuversicht

Des Weges Kreuzung

Gehst deinen Weg und jeder Schritt nimmt einen Teil Erinn`rung mit. Doch führt er auch in eine Welt, in der sich deine Zukunft stellt. Manch` Kreuzung sich dir offenbart, die auf eine Entscheidung harrt. Was nun? Wie findest du heraus ob links, ob rechts, ob geradeaus? Lausch` dem Gefühl, es flüstert leis`, weil es schon längst die Antwort weiss. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Zuversicht

Die Reise

In Gedankenwelt verloren, eingesperrt in Apathie. Werde stündlich neu geboren in der Seelentherapie. Find` Verstehen, werd` getragen, weil an Mitgefühl so viel. Kann wohl and`re Wege wagen, stecken mir manch` neues Ziel. Und so geh` ich auf die Reise, tief hinein ins eig`ne Ich. Entdecke neue Lebensweise, befreie und entfess`le mich. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Zuversicht

Ein bisschen Kind

In meiner Kindheitsphantasie, die den Gedanken Flügel lieh, war Kleines groß und Großes klein, konnt' hinten auch mal vorne sein. Die Jahre gingen in das Land, es formte sich in mir Verstand. Der Flügel kümmerlicher Rest hielt mich stracks auf dem Boden fest. Kein Elefant im Wolkenmeer, kein grüngefleckter Nasenbär. Kein Schatz, den ein Gespenst bewacht. Kein Drache, der mit Feuer lacht. Ich glaub`, mir fehlt die Phantasie, denn der Verstand ersetzt sie nie. Ich hol` die Flügel mir zurück und fliege dann erstmal ein Stück. Besuch` den Wolkenelefant, entdeck` den Schatz, der einst verschwand, fange den grüngefleckten Bär`, spiel` mit dem Drachen Feuerwehr. Ein bisschen Kind erlaub` ich mir, den Platz hab` ich doch längst dafür. Er war nur etwas vollgestellt mit Dingen aus Erwachs`nenwelt. © 2012 Detlef Thiele
Schmetterling

Zuversicht

Ein neuer Tag

Licht durchdringt die dunk`le Nacht. Junger Tag wird grad` geboren. Lebensgeist in ihm entfacht, der nur scheinbar ging verloren. Nebel legt sich, klare Sicht! Schemenhaftes sich verkläret, da der neue Tag anbricht, der die Wärme in mir mehret. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Zuversicht

Spieglein, Spieglein

Spieglein, Spieglein an der Wand, ich habe mich in dir erkannt. Leicht ergraut und kleine Falten. Jahrzehnte, die sich dort verwalten. Spieglein, Spieglein, du sagst mir: Das Leben schlägt noch arg in dir! Keine Zeit, sich schon zu betten, in Trübsinn sich nur noch zu ketten. Spieglein, Spieglein, weiss ich doch von des Lebens schwerem Joch. Es soll mich aber nicht verdriessen, die weit`ren Jahre zu geniessen. Spieglein, Spieglein, seh` in dir mehr als nur das Bild von mir. Seh` die Zukunft sich gestalten, Lebenskraft sich neu entfalten. © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Zuversicht

Stille

Still der Abendruhe Pracht, leuchtend` Sterne in der Nacht, klein wird alles Denken. Funkelnd steht das Firmament über all das, was bedrängt, will dir Ruhe schenken. Lass` dich wiegend vom Gezelt, welches wacht über die Welt, in die Traumwelt senken. 2009 © Detlef Thiele
Schmetterling

Zuversicht

Stille

Und dann ist alles anders, die Stille macht sich breit. Verhangen ist der Himmel, bestärkt die Einsamkeit. Verloren in der Leere, die gestern noch nicht war, verirren sich Gedanken in dem, was offenbar. Doch ist’s nun Zeit zu gehen, bergauf erfordert Kraft. Nur mutig immer weiter, mit ganzer Leidenschaft. © 2017 Detlef Thiele
Schmetterling

Zuversicht

Türen

Betracht` ich mich in meinem Sein, stellen sich mir manche Fragen. Ist Wirklichkeit oder nur Schein? Will mich zu Antworten hin wagen. In Antworten zeigt sich der Weg, im Handeln öffnen sich die Türen, in das ich all` mein Hoffen leg`. Es wird zu neuen Zielen führen! © Detlef Thiele 2008
Schmetterling

Gedichte zum Schmunzeln und Nachdenken