Gedichte von Adlern und Bibern

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nasowatt
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Freitag, der 22.03.2019

Der Adler

Ein Adler fing 'ne kleine Maus
und hielt sie in den Krallen.
Er stieg mit ihr zum Himmel auf,
sie ließ sich's wohl gefallen.

Ihr Blick schweifte weit über's Meer,
der Wind zog um die Ohren.
Und insgeheim dacht' sie, sie wär'
zur Fledermaus geboren.

Des Adlers Sinnen war's jedoch,
sie als Dessert zu naschen.
Er überlegte,was er noch
als Hauptgang müsst' erhaschen.

Das Denken machte ihn recht blind,
er rammte 'ne Laterne.
Die Maus entfleuchte ganz geschwind
und er sah nur noch Sterne.

Und welchen Schluss
zieh'n wir daraus?
Hast du den Nachtisch,
iss ihn auf!

©  Detlef Thiele 2009

Der Biber

Ein Biber nagte an 'nem Stamm,
er brauchte ihn für seinen Damm.
Er nagte viele tausend Mal,
doch war's dem Stamm scheinbar egal.

Er biß und zerrte voll Elan,
die Arbeit schlug nun um zum Wahn.
Das Blut kam mehr und mehr ins Wallen
und doch wollte der Stamm nicht fallen.

Er änderte die Strategie
und biß sich prompt ins linke Knie.
Frustriert zog er zuletzt davon.
Na ja, der Stamm war aus Beton.

© Detlef Thiele 2009

Adler
Biber